Techno in Berlin: Geschichte

Über die Technoszene in Berlin gibts ja so einige Filme – wahrscheinlich genauso viele wie Vorurteile von denen, die sich nicht der Szene zugehörig fühlen. Der Kurzfilm „Real Scenes – Berlin“ beleuchtet die Geschichte des Techno in Berlin, angefangen von Ende der 1980er im Rahmen der Hausbesetzungsbewegung bis zur heutigen Kommerzialisierung des Clubsektors, und widmet sich der Frage, welchen Reiz Techno auf diejenigen ausübt, die auf die Parties gegangen sind und heute noch gehen.
Bemerkenswert fand ich, dass weniger von den reinen Konsument_innen als von den Leuten ausgegangen wird, die selber Teil der frühen Technobewegung in Berlin waren und heute einen Großteil der Clubs kommerziell führen. Und die sich dann auch den Fragen stellen, inwiefern kommerzialisierter Techno „noch“ Underground ist, ob eine Türsteher_innenpolitik elitär oder notwendig ist, und welche Rolle die Techno-Kultur bei der Aufwertungs- und Verdrängungspolitik in Berlin spielt.
Viel Spaß beim Schauen!

Real Scenes: Berlin from Resident Advisor on Vimeo.

Jacob Jung: über BILD & Friedrichs konservative Doppelpässe

Konservative Sicherheitspolitik_innen bleiben dabei: Deutschland sei ein mögliches Anschlagsziel des „internationalen Terrorismus“, Sicherheitsgesetze müssten verschärft werden, die Sicherheitsbehörden bräuchten mehr Eingriffsrechte.
Auch wenn dieser Diskurs aktuell durch liberale und linke Kräfte einigermassen erfolgreich Gegenwind bekommt, reproduziert sich die konservative Sicherheitsdiskussion beständig weiter.
Einem wichtigen Ausschnitt davon widmet sich der lesenswerte Artikel „Innenminister Friedrich: 1000 islamistische Terroristen in Deutschland“ von Jacob Jung, der sich mit der Zusammenarbeit der BILD-Zeitung und Innenminister Friedrich beschäftigt, und dabei anschaulich macht, wie aus den von BILD berichteten „1000 islamistischen Terroristen“ in Deutschland am Ende 20 werden, und von 250 verzeichneten „terroristischen Anschlägen“ in der EU lediglich drei mit vermuteten „islamistischem Hintergrund“ sind.
Von dieser Form der konservativen Medienzusammenarbeit profitieren beide Seiten: die BILD kann ihre kriselnde Auflage erhöhen, Friedrich kann mit der Unterstützung einer verängstigten Öffentlichkeit einen erhöhten Sicherheitsetat fordern.
Viel Spass beim Lesen! ;-)

Europe is a square: England

Als Beitrag zur Berichterstattung über die britischen Sozialproteste dafür hier ein sehenswertes Interview mit Darcus Howe, einem frühen Mitglied der britischen Black Panther, der sich in einem Interview mit der BBC deutlich über die Ursachen für die Ausschreitungen äußert, die seiner Ansicht nach in einer gescheiterten neoliberalen Sozialpolitik und ständiger Polizeirepression in Schwarzen Vierteln liegen.
Das zweite und dritte Video sind Musikvideos des britischen Electronica Duos Chase & Status, die sich mit den Verarmungs- und Verrohungsprozessen in der britischen Gesellschaft und deren Begleitung durch die Medienindustrie auseinandersetzen.

Europe is a square: Griechenland

In der allgemeinen Krisenberichterstattung hat England ja Griechenland den ersten Rang abgelaufen, darum geh ich mal gegen den Trend an: hier eine bereits etwas ältere sehenswerte Videocollage zu den Protesten gegen das Sparpaket in Griechenland – mit beeindruckenden Szenen von den Demonstrationen dort, aber auch auch immer wieder schockierenden Szenen von Polizeiausschreitungen gegen Demonstrant_innen und Erste-Hilfe-Einrichtungen.

Frisch auf zur Systemkritik: Krisendebatte

Bin wieder an Land und gleich mitten in der alltäglichen Berichterstattung um die gegenwärtige Finanzkrise.
Top war hier für mich gestern der Bericht der hochtendenziösen ARD-Sondersendung, in der der Moderator immer wieder mit der Becker-Faust den trudelnden Aktienkursen Mut zusprach, was mich sprachlos zurückliess ;-) .
Wirklich lesenswert fand ich da heute schon den Kommentar „Scheiße mit der Scheiße hier“ von Arno Frank in der TAZ, der in knackiger Manier sein kritisches Desinteresse an der gegenwärtigen Krisendebatte ausführte.
Viel Spaß beim Lesen!




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